Heilpädagogisch-therapeutische Maßnahmen:

Musiktherapie, therapeutische Gruppen, erlebnispädagogische Maßnahmen, kunsttherapeutische Arbeit, soziales Kompetenztraining, psychologische Einzelstunden, verhaltenstherapeutisches Training, psychotherapeutische Arbeit, Antiaggressionstraining, familientherapeutische Arbeit.

Eine psychotherapeutische (tiefenpsychologisch und analytisch, verhaltenstherapeutisch) Begleitung und Intervention erfolgt bei entsprechender Indikation im Haus. Die Teilnahme an einer therapeutischen Gesprächsgruppe ist für alle Kinder/Jgdl. verbindlich.

Von den Mitarbeitern werden täglich Projektgruppen (max. 3-4 Kinder/Jugendliche) in der Zeit von 16 Uhr bis 20 Uhr mit unterschiedlichen Schwerpunkten geleitet, die mit den Kinder/Jugendlichen ausgewählt werden und deren Teilnahme nach einer Entscheidungsphase für einen bestimmten Zeitraum verbindlich ist.

Sport: Reiten, Badminton, Squash, Schwimmen, Eislaufen, Klettern & Bouldern, Fußball, Fitness, Bowling

Kreative Gestaltung: Tonen, Werken, Malen, Musik, Kochen & Backen

Kultur: Theater, Museum, Ausstellungen, aktuelle Kulturprogramme

 

Familienbegleitende Arbeit:

Durch den stationären Aufenthalt wird zunächst eine Distanzierung erreicht, die als Entspannung und Entlastung für beide Seiten, Kind und Eltern, wirken kann. Regelmäßige Gespräche von Therapeut, Kind/Jgdl. und Eltern über den Verlauf und Entwicklung des Kindes helfen:

  • Problemverständnis zu entwickeln,

  • sich mit familiären Konflikten und individuellen Problemen auseinander zu setzen,

  • individuelle Lösungsstrategien zu erarbeiten,

  • unbewusste Konflikte zu verstehen,

  • die Beziehungsdynamik in der Familie bewusst zu machen.

Durch den verbindlichen Wochenendkontakt des Kindes/Jgdl. zur Familie und die Verantwortungsübernahme der Eltern an den Wochenenden wird vermieden, dass

  • das Kind als Symptomträger in eine Außenseiterrolle gerät,

  • durch eine lange Trennung von der Familie zusätzliche Ängste entwickelt werden, welche die Symptomatik verstärken,

  • das Kind nur als "Besucher" nachhause geht und dort dann entsprechend besonders behandelt wird.

Das regelmäßige Nachhausegehen am Wochenende ist konfliktreich und keineswegs unproblematisch auch nicht für uns, die wir mit dem Kind während der Woche arbeiten. Es hat den Vorteil, dass wir dadurch die Familie besser kennen lernen, und ein vermehrter Austausch über die Problematik zustande kommt. Dadurch können wir gemeinsam mit den Eltern und dem Kind an Zielen und Veränderungen arbeiten.

Dieser Austausch erfordert von uns allen ein vertrauensvolles und kritisches Miteinander-Umgehen. Wir wollen vermeiden, dass zwischen Eltern und Einrichtung ein Konkurrenzkampf um die "bessere Elternschaft" entsteht.

Wir sehen die Eltern in der Anfangsphase in einem regelmäßigen Abstand von 2 Wochen zu Gesprächen in unserem Haus, später in einem Turnus von 3 Wochen. Die Familienarbeit findet unter der Leitung von Therapeuten statt, und wird durch pädagogische Mitarbeiter ergänzt, die in Schwerpunkten mit dem Kind arbeiten.

Wir beziehen Kinder/Jugendliche in die Gespräche mit den Eltern ein, was am Anfang mit Ängsten und Hemmungen verbunden ist. Es ist jedoch unser Ziel, dass Eltern und Kinder in Kommunikation treten, und sich die familiäre Beziehung in einem konstruktiven Austausch festigt. Wir wollen diesen Dialog anregen, unterstützen und uns dann langsam aus der familiären Diskussion zurückziehen, um Eigeninitiative und familiäre Auseinandersetzung zu fördern.