Sozialtherapeutische Tagesgruppe

für Jugendliche

Leitung: Silvija Flisar

Raiffeisenallee 12 - 82041 Oberhaching

Tel. 089-666 55 660 - Fax 089-666 55 661

Unser Angebot an intensiver sozialtherapeutischer Tagesbetreuung richtet sich einerseits an Jugendliche, die stationär im Haus in der Sonne in Grünwald untergebracht sind und deren erzieherischer Prozess aufgrund einer positiven Entwicklung in Richtung Rückführung in den familiären Rahmen forciert werden soll.

Zum anderen nehmen wir auch Jugendliche von außen auf, die durch Defizite in ihrem Sozialisationsfeld dieser Hilfe bedürfen, um sie im sozialen und schulischen Umfeld zu stabilisieren und mit der Familie an Veränderungen zu arbeiten.

Aufnahme ist nur für Jugendliche möglich, die noch eine Schule besuchen: Förderschule, Mittelschule, Realschule oder Gymnasium ect.

Die Gruppe hat 9 Plätze und ist geschlechtsgemischt. Es werden Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren aufgenommen.

Wir nehmen Jugendliche auf mit Entwicklungsverzögerungen, Leistungsproblemen in der Schule, sozialen Defiziten, Verhaltensproblemen im schulischen und sozialen Umfeld.

Die Verweildauer ist zunächst auf 1 Schuljahr begrenzt und wird dann bei Bedarf über das Hilfeplanverfahren verlängert.

Die Anwesenheitspflicht in der Tagesgruppe beträgt zunächst 5 Tage/Woche. Bei guter Entwicklung und vermehrter Übernahme von Eigenverantwortung und Zuverlässigkeit kann der/die Jugendliche sich schrittweise anwesenheitsfreie Tage erarbeiten, bis er dann die Tagesgruppe verlassen kann. Diese Vereinbarungen werden mit den Eltern und dem Jugendamt besprochen und begleitet. Die tägliche Öffnungszeit ist zwischen 12:30 Uhr und 18:00 Uhr, mit Ausnahme von Freitag. An diesem Tag können die Jugendlichen um 16:00 Uhr heimgehen, falls sie keine schulischen Dinge mehr erledigen müssen.

In den Weihnachtsferien und im August ist die Tagesgruppe geschlossen. In allen anderen Ferien arbeiten wir von 10:00 Uhr morgens bis 17:00 Uhr. Es gibt immer eine Lerneinheit in den Ferien am Morgen und dann ein gemeinsames Freizeitprojekt, das sich über den Tag hin ausdehnt.

Elterngespräche finden in der Regel am Nachmittag, frühen Abend oder am Freitag statt.

Das Mitarbeiterteam besteht aus Diplompädagogen, Erziehern, Psychologen und Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten.

Das Leistungsangebot der teilstationären Betreuung beinhaltet:

  • strukturierte Hilfen im schulischen Bereich (täglich),

  • therapeutische Gesprächsgruppe (1x wöchentlich),

  • Psychologische Einzelstunden,

  • beratende, systemorientierte Familienarbeit (jede 3. Woche),

  • gezielte Projekte zur angeleiteten Freizeitgestaltung (3x wöchentlich) und Mittagsverpflegung.

In der Umsetzung der pädagogischen Qualität knüpfen wir in den genannten Leistungsschwerpunkten am Standard und den Erfahrungen unserer stationären 5-Tagegruppe an. Dies bedeutet, dass die Jugendlichen neben einer milieupädagogischen Grundversorgung eine fest strukturierte, täglich 90-minütige Lern- und Hausaufgabenzeit mit kontinuierlicher, personengebundener Förderung und Begleitung erfahren.

Es besteht die Möglichkeit der individuellen Lernförderung bei Teilleistungs­problemen, und wir unterstützen mit modernen Medien, Computer und Lern­programmen den Lernprozess.

Der gesamte Prozess der teilstationären Betreuung wird durch intensive Familienarbeit begleitet, die in 3-wöchigem Abstand den erzieherischen Fortgang problemorientiert mit den Betroffenen reflektiert. Ziel ist es, ein produktives Arbeitsbündnis mit den Eltern zu erreichen. Das ist für unsere Arbeit die Voraussetzung, um eine Problembegegnung in den Familien angemessen zu ermöglichen. Die Jugendlichen sind an den Gesprächen beteiligt.

Die wöchentlich stattfindende therapeutische Gesprächsgruppe bietet den Jugendlichen ein Forum, ihre Situation in der Familie, im schulischen Umfeld und im Kontext der Tagesgruppe zu reflektieren, den Anteil an ihrer Problematik zu erkennen und Zielsetzungen mit kleinen Handlungsschritten zu verknüpfen. Für die pädagogisch und therapeutisch Verantwortlichen bietet die Gesprächsgruppe eine gute Möglichkeit, Vorbereitung, Reflexion und Transfer zum Prozess der Familienarbeit zu leisten. In Krisensituationen wird eine psychologisch und/oder psychotherapeutische Inter­vention und Begleitung angeboten. Gezielte, bewusst niederschwellige und umfeldorientierte Projekte zur Freizeitgestaltung (wie Klettern, Fußball, Schwimmen, Squash, Bowling, kreatives Gestalten) ergänzen das Konzept. Diese Angebote nimmt jeder Jugendliche 3x wöchentlich wahr.

Mit dem Angebot der teilstationären Tagesgruppe setzen wir die Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren familienbegleitender stationärer 5-Tage-Konzeption in einer für uns logischen Weiterentwicklung um.

Wir wollen damit intensive Familienarbeit in Verbindung mit kontinuierlicher und strukturierter Begleitung von Jugendlichen im schulischen Lern- und Leistungs­bereich, sowie im Freizeitbereich anbieten in einer Altersgruppe, die aus den üblichen ambulanten Betreuungsangeboten der Jugendhilfe meist herausfällt. 

Kostenträger sind die Jugendämter.

Teilstationäre Betreuung im Rückführungsprozess:

Eine teilstationäre Betreuung im Haus in der Sonne, Grünwald, erfolgt meist im Anschluss an eine stationäre Maßnahme, und hat als Ziel die Rückführung des Kindes/Jugendlichen in die Familie.

Wir versuchen mit dieser Maßnahme dem Kind/Jugendlichen die Schulsituation, wenn möglich zu erhalten, weil erfahrungsgemäß ein Wechsel in allen Bereichen Familie, Schule gleichzeitig erneut eine Destabilisierung bedeuten kann, die den Rückführungsprozess negativ beeinflusst. Die teilstationäre Weiterbetreuung ist nicht als langfristige Maßnahme geplant, sondern soll Übergänge schaffen und gleichzeitig auch die Möglichkeit öffnen, die Rückkehr in die Familie professionell zu begleiten, und eventuell bei negativen Erfahrungen, eine Möglichkeit des Zurückkommens in das Haus in der Sonne zu ermöglichen.

Wir haben im Laufe der vielen Jahre die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, schrittweise Übergänge nach einer stationären Betreuung zu schaffen, die den Betreuungserfolg nicht in Frage stellen, und neu auftretende Konflikte, die mit der Ablösung notwendigerweise verbunden sind professionell begleiten können.

Die Kinder/Jugendlichen werden in der Zeit nach der Schule bis 17:30 betreut und gliedern sich in den Tagesablauf, wie sie es vorher gewohnt waren ein. Sie bleiben auch in der Gruppe, in der sie vorher betreut worden sind. Die teilstationäre Betreuung hat eher niederschwelligen Charakter, um die Eigenständigkeit zu fördern und auch zu testen.

Auch die Anwesenheitstage werden gemeinsam besprochen, in manchen Fällen ist es nicht notwendig, dass Kinder/Jugendliche 5 Tage/Woche betreut werden. Wir gehen bis zu 3 verpflichtenden Anwesenheitstagen zurück, um die Verselbständigung anzuregen und Motivation zu schaffen. Bei der Abrechnung wird diese Regelung anteilmäßig berücksichtigt.

Therapeutische Maßnahmen und auch Förderhilfen werden nur noch nach Bedarf eingesetzt und nach einem Bausteinprinzip mit den Jugendämtern abgerechnet. Der Förderbedarf wird mit Eltern und Jugendamt in einer Hilfeplanvereinbarung festgelegt.

In sehr vereinzelten Fällen nehmen wir auch Kinder aus dem unmittelbaren Umfeld für einen gewissen Zeitraum erst teilstationär auf, um einer stationären Unterbringung vorzubeugen und die familiären Bindungen zu erhalten und zu festigen.

Ein Leistungskatalog wird im einzelnen Fall dem Jugendamt vorgelegt, der nach dem Bausteinsystem Anwendung findet.